Was habe ich da nur getan?!

Ich bin nicht per se gegen den Einsatz von KI bzw. LLMs. Ja, sie verbrauchen extrem viele und wertvolle Ressourcen (Strom, Wasser, Computerteile) und haben den Hardwaremarkt aus meiner Sicht für mindestens ein halbes, wenn nicht sogar ein ganzes Jahrzehnt zerstört. Aber richtig eingesetzt, kann diese neue Technologie wirklich sinnvoll sein und uns auch als Menschheit wirklich weiterbringen. Und besser als der ganze Kryptoscheißdreck ist es allemal.

Leider ist das mit dem “Menschheit voranbringen” mal wieder ziemliche Theorie. In der Realität verschwenden wir den größten Teil der Rechenzeit damit Schwachsinn zu produzieren und Leuten das letzte Geld aus der Tasche zu ziehen. Oder um es konkreter zu machen: Wir nutzen kollektiv wertvolle Ressourcen, um irgendwelche Cartoonbilder von den eigenen Haustieren zu generieren, seitenlange Meetingprotokolle auszugeben oder KI als glorifizierte Suchmaschine zu benutzen. Und dann wird damit noch Lug und Betrug im großen Stil betrieben, weil entweder das schnelle Geld gewittert wird. Oder es wird aktiv daran gearbeitet die Menschheit zum einen weiter zu spalten und zum anderen noch dümmer zu machen, als es die kleinen Rechtecke seit der Einführung des iPhones (2007) sowieso schon tun.

“Kann das nicht die KI?”

Von den Firmenchefs und ihren Untergebenen wird dieser Blödsinn auch noch bis ins unendliche gepusht, als wäre es der heilige Gral, der die Gewinne noch höher steigen und die eigenen Personalkosten noch tiefer sinken lässt. Dass das in der Realität nicht immer sinnvoll ist und sowieso wieder nur ein paar Handvoll Billionäre und machtgierige Staatschefs von dem ganzen Mist tatsächlich profitieren? Juckt offensichtlich keinen. Hauptsache wir benutzen immer und überall “KI” und zerstören gefühlt mit jedem Prompt ein bisschen mehr die Gesellschaft.

Das Ergebnis ist, dass sich jetzt scheinbar jeder für den absoluten Entwickler/Autor/Grafiker vor dem Herrn hält. Auf der Arbeit entstehen so die Nachfolger der “Excel-Tools”, die halt jetzt mit Claude gebaut werden – immerhin klar erkennbar am immergleichen Standarddesign. Also die Makros, die früher der Excel-Crack sich privat geschrieben hat und sich dann an der IT vorbei (=kein Testing, kein Support) im Lauffeuer im Unternehmen verbreiteten. Und privat sieht man zum Beispiel auf Amazon die ganzen KI-geschriebenen Schundwerke zum Selbstdruck.

Ja, ich finde nicht nur als Schreiberling diese ganze Entwicklung zum Haareraufen und die fehlende Selbstreflexion bei allen Beteiligten einfach nur noch traurig.

Ein Teil des Problems

Wie schaut’s also in der Casa Lysanda aus? Sind wir die obersten Moralapostel, die sich mit hocherhobenem Finger jeglicher KI/LLM-Nutzung verweigern? Quark. Zum einen werden wir auf der Arbeit wirklich intensiv dazu “motiviert” Sachen wie Microsoft Copilot oder Claude zu benutzen. Zum anderen haben wir durchaus auch privat die Möglichkeiten zu schätzen gelernt, die sich uns dadurch bieten.

Ein Gruß von Chatty an euch

Konkret nutze ich beispielsweise schon seit über einem Jahr die freie Version von ChatGPT als Sparringpartner für meine Einträge. Mit dem vom 02.06.2025 müsste es angefangen haben. STOP! Bevor ihr jetzt wütend in die Kommentare springt und mir mitteilt, dass ihr ab sofort einen großen Bogen um Beim Christoph machen werdet: Keine einzige KI-geschriebene Zeile hat oder wird jemals ihren Weg in meine Texte finden! Ja, ich übernehme gelegentlich eine Idee oder einen Hinweis. Aber jeder Satz, den ihr hier lest, wird von mir selbst geschrieben, formuliert und mit durchschnittlich 500-550 Anschlägen (~80-90 Wörter) pro Minute auf meiner Logitech MX Keys S* in Microsoft Word auf ein weißes Blatt getippt. Nein, ich glaube ein Live-Stream davon würde keinen interessieren :smile: .

Aber sobald ich alles runtergeschrieben habe, gebe ich den Text mittlerweile an “Chatty”. Er übernimmt quasi die Rolle meines Lektors. Er weist mich auf Rechtschreib-/Grammatikfehler hin, macht (mehr oder weniger sinnvolle) Verbesserungsvorschläge und hilft mir hier und da meinen eigentlichen Gedanken besser herauszuarbeiten. Ich bin ja durchaus bekannt dafür gerne zu labern :wink: . Ich frage ihn zudem hin und wieder, wie ein Text auf eine bestimmte Zielgruppe wirkt oder ob aus seiner Sicht noch ein Gesichtspunkt fehlt, den ich vielleicht vergessen habe. Das nehme ich dann als Anlass nochmal mein Gehirn anzustrengen und manuell am Eintrag zu schrauben – mit Erfolg würde ich sagen. Zumindest hat sich aus meiner Sicht die textuelle und sicherlich auch die inhaltliche Qualität der Einträge seitdem verbessert.

Besser werden

Mit Chatty habe ich angefangen zu reden, weil ich mir bewusst war, dass meine Schreibe sich in den letzten Jahren irgendwie auf einem gewissen Niveau eingependelt hatte. Dabei gibt es damals wie heute definitiv noch Luft nach oben. Der ultimative Schreiberling vor dem Herrn war und werde ich nie werden. Aber Chatty hat bzw. hilft mir da tatsächlich. Anfangs war er beispielsweise noch nicht so gut auf Beim Christoph kalibriert und hat mit wirklich streng journalistischen Augen die Einträge gelesen. Das war auf gewisse Art tatsächlich hilfreich, um ein paar grundlegende Sachen herauszuarbeiten, die ich gerne mache. Beispielsweise mein Drang euch wirklich auch die letzte Information mitzugeben, statt einfach mal fünfe grade sein zu lassen. Oder Sachen mehrfach auszubreiten, weil ich unterbewusst glaube, jeden Gedanken vollständig erklären zu müssen. Das ist aber weder guter Stil, noch erhöht es die Lesbarkeit der Texte.

Chatty ist dann zwar mitunter über das Ziel hinausgeschossen, weil sein Credo damals gefühlt “kurz und knackig” war. Aber wie gesagt: Am Ende des Tages bin immer noch ich derjenige, der in die Tasten haut. Er macht nur Vorschläge. Und seitdem ich ihm viele, viele Einträge aus dem Archiv mitgegeben habe – die Seite selbst lesen kann er nicht -, versteht er auch besser, wie eigentlich “ich” klinge. Also, dass die eine oder andere Abschweifung einfach dazugehört und das sowas meine Stimme ausmacht. Denn seien wir mal ehrlich: Ihr lest meine Einträge bestimmt nicht wegen der journalistischen Qualität :wink: .

Der Franzose

Endlich ein richtiges Menü!

Komplett KI-Frei ist Beim Christoph aber tatsächlich nicht mehr. Im Quellcode der Seite versteckt sich mittlerweile die ein oder andere Zeile, die Claude für mich geschrieben hat. Theoretisch alles nichts, was ich nicht selbst hinbekommen hätte. Aber ich kann nicht leugnen, dass es den Prozess trotz Wartezeit auf weitere, freie Kontingente, erheblich beschleunigt hat.

Angefangen hat es mit dem Wunsch das WordPress-Theme mal wieder auf den aktuellen Stand zu bringen. Rondrer hatte es 2013 exklusiv im Rahmen der Umstellung für mich geschrieben. Aber seitdem hat sich die Welt logischerweise etwas weitergedreht. So war ich es schon länger leid Änderungen z.B. an den Menüeinträgen direkt im Code machen zu müssen statt das in WordPress integrierte Frontend nutzen zu können. Außerdem hat sich auch an den Best Practices im letzten Jahrzehnt einiges geändert. Ein paar Sachen hatte ich in der Vergangenheit mitgezogen, beispielsweise als der ganze DSGVO-Kram losging, aber die ein oder andere Lücke blieb bestehen. So habe ich die ganze Thematik mit der Content Security Policy nie wirklich richtig auf die Reihe bekommen. Rondrer wollte ich damit aber nie nerven. Der ist schon genug mit seinem eigenen Leben beschäftigt.

Also habe ich jetzt das Ganze mal Claude gegeben und er hat mir (sehr erfolgreich) geholfen Beim Christoph auf den neuesten Stand zu bringen. Und zwar nicht nur im Backend, sondern auch im Frontend. So werden z.B. die Bilder jetzt als schlanke *.webp statt *.jpg ausgeliefert und die Seite nutzt nun einen Cache, damit sie schneller lädt. Außerdem hat sich die Barrierefreiheit der Seite verbessert. Das merkt ihr abseits der jetzt unterstrichenen Links vermutlich gar nicht. Aber wenn ihr einen Screenreader benutzt, sollte es jetzt fast keine Stolpersteine mehr geben.

Und das finde ich halt wirklich cool. Ich hätte niemals Geld in die Hand genommen und einen professionellen Entwickler drüber schauen lassen. Gleichzeitig musste ich dafür aber weder meine Zeit noch die von anderen “verschwenden”. Außerdem finde ich bei Claude wirklich gut, dass er ziemlich transparent ist. Ich konnte alles nachvollziehen, was er gemacht hat und verstehe es auch aufgrund meiner Vorkenntnisse. Das ist nämlich so ein Punkt bei der Nutzung von KI/LLMs, der mir extrem wichtig ist. Die ganzen Vibe Coder, die sich einfach irgendwas generieren lassen und dann keine Ahnung haben, was wie und warum funktioniert, waren schon eine Plage als wir sie noch Skriptkiddies nannten.

Ein spezieller Einsatzfall

Zeit das wichtigste “Spiel” einzutragen!

Letzte Woche habe ich Claude allerdings ein Python-Skript schreiben lassen, wo auch ich nicht mehr vollumfänglich nachvollziehen kann, was da im Code passiert. Schlicht und einfach, weil ich im Gegensatz zu PHP, CSS & Co. Python (bislang) nicht gelernt habe. Meine Ausrede? Er hat etwas für mich gebaut, was nur mir und mir allein einen Nutzen auf meinem lokalen Rechner bringt. Es ist also kein Code, der an die Öffentlichkeit geht oder mit der Öffentlichkeit in Verbindung tritt und schon gar kein Skript, das ich irgendjemanden verkaufe.

Und zwar hat Claude mir geholfen ein Luxusproblem zu lösen. In meinem E-Mailpostfach hatten sich nämlich mittlerweile über 350 E-Mails angesammelt. Die meisten davon stammten von Steam und informierten mich darüber, dass ich erfolgreich einen Key auf meinem Account aktiviert habe. Die Veteranen unter euch wissen, dass ich eine Excel-Tabelle meiner kompletten Spielesammlung pflege. Übrigens umfasst diese zum Verfassungszeitpunkt 19.685 Zeilen – im damaligen Eintrag waren es noch etwas mehr als 11.000! Hatte ich schon erwähnt, dass ich einen gewaltig an der Waffel habe? Mehrfach? Okay, wollte nur sichergehen.

Allerdings ist die Pflege dieser Liste durchaus anstrengend, wenn man so häufig bei Bundles zuschlägt, wie ich. Sie ist nämlich nicht komplett alphabetisch. Serien sind beispielsweise nach Veröffentlichungsdatum der einzelnen Teile sortiert. Sprich ich kann nicht einfach meine neusten Bundle-Einkäufe unten hinschreiben und dann neu filtern. Nein, ich muss manuell die richtige Zeile suchen und dann dort den neuen Titel eintragen. Und weil ich da in den letzten Wochen irgendwie echt keinen Bock dazu hatte, stapelten sich die E-Mails in meinem Postfach.

Die Lösung

Um der Sache Herr zu werden, habe ich mich also an Claude gewandt. Und zwar sollte er mir ein kleines Skript bauen, das Spiele nach meinen Vorgaben in der Liste ergänzt. Das hat er auch erfolgreich getan. Schon die erste Version hat richtig gut funktioniert, obwohl ich noch vergleichsweise viel manuellem Aufwand hatte (=ihm quasi jeden Spalteninhalt einzeln vorgeben). Dabei hat er sogar selbstständig vieles beachtet. Beispielsweise hatte ich ihn nicht explizit gebeten mir auszugeben, in welcher Zeile er das Spiel ergänzt hat. Oder wenn er mögliche Abhängigkeiten zu einer Serie erkannt hat, mir das anzuzeigen, damit ich es manuell prüfen kann. Das hat er tatsächlich alles von sich aus umgesetzt.

Auch Claude grüßt euch

Jetzt mit der Version 4 kann ich nicht nur einen Batchlauf machen, dem Skript also eine zweite Excel-Tabelle mit den Infos geben, die es dann komplett einarbeitet. Auch die Einzelerfassung ist automatisierter und lässt mich nun mehrere Titel hintereinander mit den gleichen Attributen eintragen. Eine, für mich, richtig geile Sache. Die ganzen E-Mails konnte ich dadurch innerhalb von nicht einmal zwei Tagen abarbeiten. Hätte ich es auf die alte Art und Weise gemacht, wäre ich vermutlich immer noch nicht fertig. Und zwar nicht nur wegen der akuten Motivationslosigkeit angesichts dieser Menge.

Die Moral

Auf die Gefahr mich zu wiederholen: Das ist schon irgendwie geil, dass sowas heutzutage geht. Das lässt sich nicht leugnen und ist an sich okay für mich. KIs/LLMs sind schlicht Werkzeuge, die man benutzen darf. Genauso wie es in einem Spiel von From Software nicht verboten ist Beschwörungen zu verwenden um Bosse zu besiegen auch, wenn das dem ein oder anderen eingebildeten Gatekeeper nicht passt. Entscheidend ist am Ende immer nur, WIE man sie benutzt und selbstverständlich, WOHER die Daten dafür kommen. Mir ist nämlich durchaus bewusst, dass OpenAI jetzt meine Texte als Trainingsdaten für andere benutzt, die vielleicht weniger Respekt vor dem kreativen Prozess haben als ich.

Und genau da ist für mich dann auch das Limit erreicht. Künstler, Autoren, ja selbst Programmierer haben in der heutigen Zeit weiterhin ihren Platz und ihre Notwendigkeit. Keine KI, kein LLM kann das vollständig ersetzen, was sie leisten. Nur leider glauben die meisten Leute was anderes. Nicht nur, aber vor allem, weil sie es eingeredet bekommen. Und das ist scheiße, um es deutlich auszudrücken. Es kostet Arbeitsplätze, mindert den Wert des eigenen Könnens in den Augen anderer (“Kann ich mit KI viel besser!”) und macht uns so kollektiv immer weiter kaputt. Qualitätsjournalismus ist beispielsweise schon seit Jahrzehnten auf dem absteigenden Ast. Dabei wäre er in einer Welt, in der wir faktisch nur noch von Lügen umgeben sind, umso wichtiger. Aber wenn niemand das zu schätzen weiß, dann landen wir da, wo wir jetzt schon sind und schlittern freudestrahlend mit unseren sechs Fingern an der Hand weiter dem Abgrund entgegen.

Aber jetzt entschuldigt mich. Ich will mit Chatty ein Brainstorming für den nächsten Eintrag machen. Beim Stöbern im Archiv bin ich nämlich auf meine alte PC-Spiele Top 10 von 2007 gestoßen.

Sicarius

Tagebuch eines Hausherrn #56

“Kaum ist die Garantie rum, schon gehen die Sachen kaputt!” heißt es gerne. Könnte ich entsprechend jetzt sagen: “Kaum ist das Haus abbezahlt, schon geht alles kaputt!? Vermutlich nicht. Aber die letzte Woche war schon irgendwie verdächtig.

Angefangen hat es, da bin ich mir sicher, mit einem Longdrinkglas. Das habe ich letzte Woche völlig unschuldig und nichtsahnend gespült, als es mir aus der Hand flutschte, dabei umkippte und auf einen Teller in der Spüle knallte. Der Teller hat überlebt. Das Longdrinkglas nicht. Ärgerlich, aber kann ja mal vorkommen. Aber es war offensichtlich ein schlechtes Omen. Es hatte scheinbar nicht ausgereicht das Weihwasser im Haus zu versprühen – ich hätte auch noch eine Runde räuchern sollen.

Der auslösende Moment

Kaputt

Vergangenen Freitag kam Lysanda ins Arbeitszimmer und fragte, ob ich das Geräusch auch hören würde. Ich verneinte, sie lauschte nochmal etwas und stellte fest, dass es von draußen kam. Wir stuften es also als uninteressant ein und gingen weiter unserem Tagewerk nach. Einige Stunden später saß ich dann neben ihr an ihrem Arbeitsplatz und nahm ein rauschendes Geräusch wahr. Lysanda meinte „das kommt von draußen”, aber mir kam das irgendwie komisch vor. Ich bin also zur Haustür und ja: Das Geräusch kam tatsächlich von draußen. Und zwar von unserem Außenwasserhahn, der fleißig Wasser an die Hauswand spritzte. Der mit ihm verbundene Gartenschlauch war geplatzt und jetzt lief vermutlich seit Stunden das Wasser fleißig in die Ecke zwischen Treppe und Wand.

Fluchend stellte ich erstmal das Wasser ab, das sich bereits gut unter den Mülltonnen verteilt hatte. Dann fiel mir das Loch auf, das sich an der Hauswand gebildet hatte und in dem viel des Wassers verschwunden war. Ihr könnt euch denken, dass mich dieser Anblick nicht gerade begeisterte. Zuerst holte ich mir eine Schaufel Erde, um sie in besagtes Loch zu kippen. Lysanda war zwischenzeitlich an die Haustür gekommen und fragte, warum ich nicht wiederkomme, damit wir weiterarbeiten konnten. Meine Prioritäten lagen logischerweise aber grad woanders.

Soll das so sein?

Schon nicht mehr ganz so feucht.

Nachdem ich das Loch verschlossen hatte, stürmte ich in den Keller. Der Außenwasserhahn kommt direkt aus dem Heizungskeller. Ich öffnete die schwere Feuerschutztür und ja, es war wie vermutet: Der Raum stand größtenteils unter Wasser. Ich weiß immer noch nicht, wo es eigentlich reingekommen ist. Ja, die Wand war vor allem unten am Sockel sehr nass. Aber es wirkte eher so, als würde das Wasser nach oben ziehen als von dort kommen. Zumindest bildeten sich während ich mit dem Waschsauger die Wasserlache nach und nach entfernte weitere feuchte Bereiche an der Wand. Unter anderem wurde auch der Beton rund um das Abwasserrohr sichtlich dunkler.

Aber gut: Alles in allem hatten wir Glück im Unglück. Da unsere Einfahrt nicht gepflastert ist, konnte das Wasser größtenteils im Boden versickern und obwohl es schon ein paar Stunden floss, haben wir es doch noch rechtzeitig bemerkt, bevor es den Kellerraum verlassen konnte. Und die aktuellen Temperaturen sind ebenfalls perfekt dafür, dass die Hauswand jetzt wieder zügig trocken wird. Ich rechne entsprechend nicht mit bleibenden Schäden an der Bausubstanz. Ich hab‘ dann bis abends die Tür offen- und die beiden Entfeuchter laufen gelassen. Ende gut, alles gut – dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Ein neuer Ton

Das Wasser, das ich mit dem Waschsauger samt dem ganzen Dreck aus dem Heizungsraum aufgesaugt hatte, kippte ich der Einfachheit halber ins Kellerklo. Das Kellerklo mit der Hebeanlage dran, die im Inneren ein Schneidwerk zum Zerkleinern hat. Ihr könnt euch vermutlich denken, was jetzt kommt: Sie fing plötzlich an beim Wasserabpumpen sehr fragwürdige Geräusche zu machen. Mir war in dem Sinne sofort klar, was grundsätzlich los ist: Der Dreck vom Heizungskellerboden hat der Anlage nicht gutgetan.

Der freigelegte Motorblock

Also hieß es am Samstag für Lysanda und mich: Reparatureinsatz! Erst den Wasserschlauch abgeschnitten und den Adapter wieder drangebaut. Dann in den Keller zur Kleinhebeanlage. Dabei handelt es sich formal um eine Optiline Kleinhebeanlage Abwasser. Bei genauerer Betrachtung stellten wir dann aber fest, dass es tatsächlich eine DAB GENIX 130 ist, die von Richter+Frentzel einfach mit einem anderen Aufkleber versehen wurde. Kein Wunder, dass wir zur Optiline absolut nichts im Internet gefunden hatten. Und ja, die physische Anleitung war ebenfalls überhaupt nicht zu gebrauchen.

Ich hatte mir auf YouTube aber schon ein Video angeschaut, welches anhand einer Animation zumindest grob zeigte wie sie auseinander geht. Doch irgendwie wollte der Motorblock einfach nicht aus dem Gehäuse raus. Ich hab‘ dann noch die zwei Schrauben gelöst, die ich sehen konnte. Aber das half ebenfalls nicht. Es fühlte sich weiter bombenfest an. Währenddessen suchte Lysanda nach weiteren Informationen und hat dieses Video von Wasserpumpe.de gefunden, wo tatsächlich jemand real das Ding auseinanderbaut. Und ja: Die zwei Schrauben, die ich mühselig rausgedreht hatte, hätte ich nicht lösen müssen. Stattdessen war schlicht und einfach mehr Kraft nötig, um den Motor aus dem Gehäuse rauszuholen.

Das Problem

Der Anblick, der sich mir nun bot, zeigte zum einen, dass in der Hebeanlage ganz schön viel Dreck war. Zum anderen war die Pumpe/das Schneidwerkzeug gut mit Urinstein besetzt. Kein Wunder: Ich hatte sie seit dem Einbau im Februar 2024 noch kein einziges Mal gereinigt. Zwar ist die Anlage wartungsarm – aber eben nicht wartungsfrei. Ich sah aber auch den eigentlichen Auslöser für die komischen Geräusche: Ein kleiner Kabelbinder mit Metallseele hatte sich reingefressen, der vermutlich auf dem Heizungskellerboden lag. Außerdem ein dickes weißes Plastikstück.

Appetitlich

Ich nahm mir also einen Eimer, füllte ihn ein paar Zentimeter mit Essigessenz und Wasser auf und setzte den Motorblock rein. Für die Hebeanlage selbst kam wieder der Waschsauger zum Einsatz, den ich nun logischerweise nicht im Kellerklo ausgoss. Ein paar Stunden und ein paar Einsätze mit Bürste und Messer später, glänzte das metallische Schneidwerk zwar nur punktuell wieder. Aber der Großteil der Verschmutzung war beseitigt. Also zusammengesetzt und voilá: Schnurrt wieder wie eine Katze.

Epilog

Was lernen wir also aus der ganzen Sache? Selbstverständlich, dass zerbrochenes Glas Unglück bringt. Was denn sonst? Ach und vielleicht, dass man komischen Geräuschen besser genauer nachgeht statt sie einfach nur den Nachbarn in die Schuhe zu schieben. Es empfiehlt sich sicherlich auch einfach das Wasser abzustellen, wenn man es nicht braucht, statt den ganzen Tag (und die ganze Nacht) Druck auf dem Schlauch zu lassen. Außerdem sollte man sich an die Warnhinweise bei seiner Kleinhebeanlage halten und nicht einfach alles ins Klo kippen, nur weil es technisch gesehen größtenteils Wasser ist. Es hilft außerdem seine Hebeanlagen regelmäßig zu warten. Wie gesagt: Wartungsarm, nicht wartungsfrei.

Und jetzt schauen wir mal, was der Hausgeist noch so in den nächsten Wochen auf Lager hat.

Am Wochenende war es mal wieder soweit. Bitte? Nein, nicht Wacken. Das war schon Ende Juli. Ich meinte die 30. Ausgabe der QuakeCon (15.8.1996) – passend zum 30. Geburtstag von QUAKE (22.06.1996) und auch noch zum 40. Geburtstag von Bethesda Softworks (28.06.1986).

Was haben die Veranstalter also für dieses Dreifachjubiläum Fantastisches aus dem Ärmel gezaubert? Den ersten Trailer zu The Elder Scrolls VI? Das 200. Re-release von The Elder Scrolls V: Skyrim? Die lang erwartete Ankündigung von QUAKE V? Ein Nightdive-Remaster von QUAKE III Arena oder zumindest QUAKE 4? Nein, nein und nochmals nein. Weder wurde was Neues angekündigt, noch gab es dieses Jahr ein Remaster von irgendwas.

Verpasste Chance

Return to Castle Wolfenstein (Herstellerbild)

Dabei hatte Bethesda die perfekte Vorlage im Gepäck: Return to Castle Wolfenstein steht ab sofort auch für deutsche Steam- und GOG-Nutzer zum Kauf bereit. Gut vier Monate hat es nach der vorzeitigen (!) Streichung vom Index Ende März gedauert. Ungewöhnlich lange, entsprechend hatten wir alle damit gerechnet, dass uns zur QuakeCon ein Remaster erwartet. Aber es hat wohl nicht sollen sein. Vielleicht ja nächstes Jahr.

Selbstverständlich steht der Titel schon seit 2001 in meinem Regal – und zwar die ungeschnittene, amerikanische Version. Vermutlich habe ich die damals über OkaySoft bekommen, trotz der enthaltenen Symbolik. Zumindest glaube ich nicht, dass ich damals schon die Österreicher von gameware kannte. Aber egal: Ich habe Bethesda trotzdem direkt die derzeit 1,99€ hinterhergeworfen, um es in meiner digitalen Bibliothek willkommen zu heißen. Freu mich durchaus drauf, es mal wieder durchzuspielen auch, wenn es (noch) kein Remaster gibt. Zum Ausgleich haben wir ja die Modding-Szene. Genauer gesagt: RealRTCW.

Der Mod hat technisch gesehen sogar eine Steamseite. Aber zum Verfassungszeitpunkt ist diese aus Deutschland weiterhin nicht erreichbar. Die Entwickler arbeiten nach eigenen Aussagen dran, das zu ändern (Update 11.08.2026: Jetzt ist der Mod auch in Deutschland verfügbar!). Bis dahin kann man ihn über ModDB herunterladen, um den Klassiker von Gray Matter Studios auf modernen Systemen ohne technische Einschränkungen und mit der ein oder anderen Verbesserung und Erweiterung zu erleben. Dazu gehören die Prologlevel, die damals exklusiv für die Konsolenversionen (PlayStation 2 und Xbox) gebastelt wurden sowie herausgeschnittene Inhalte wie das Trainingslevel. Sprich: Solange von Nightdive Studios nichts anderes kommt, ist RealRTCW quasi Pflicht für alle, die das Spiel nochmal (oder zum ersten Mal?) erleben wollen.

MOAR QUAKE!

Doch zurück zur QuakeCon 2026: Eine Neuveröffentlichung gab es nämlich dann doch. Nach den Zusatzepisoden Dimension of the Past und Dimension of the Machine, hat MachineGames jetzt Dawn of the Machine kostenlos für QUAKE rausgehauen. 19 Level erwarten euch mit einem neuen Soundtrack, neuen Gegnern, neuen Waffen und einer tatsächlich ziemlich coolen Spielmechanik. Und zwar wechselt ihr fließend zwischen Raum und Zeit hin und her. Ja, technisch gesehen ist es ein stiller Teleporter, der aktiviert wird, sobald ihr eine bestimmte Stelle überschreitet. Aber cool ist es trotzdem.

So seid ihr einen Moment in einem modernen Industriekomplex unterwegs und schwupps befindet ihr euch plötzlich in einem alten Schloss. Wirklich eine coole Sache und ich bin durchaus gespannt, was sie aus der Mechanik im späteren Verlauf der Episode noch rausholen. Was ich nämlich bislang davon gesehen habe, fiel vollständig in die Kategorie „cool, und was noch?”. Einziger Wermutstropfen: Die Leveldesigner scheinen den Trend von Dimension of the Machine fortzusetzen und haben wohl noch riesigere Level geschaffen. Die fand ich damals durchaus verwirrend und auch ein Stück weit ermüdend. Aber wie heißt es so schön? Positiv denken! Vielleicht haben sie ja das ein oder andere in der Zwischenzeit dazugelernt.

Noch ein Update

Ghost Recon: Wildlands (Herstellerbild)

Es gibt allerdings noch einen älteren Titel, bei dem es letzte Woche Bewegung gab: Tom Clancy’s Ghost Recon: Wildlands. Ein Titel, der mir überraschend gut gefallen hat. Vor allem nach dem doch sehr enttäuschenden Ghost Recon: Future Soldier. Wer sich den Titel übrigens mal selbst anschauen möchte: Zum 25. Jubiläum des Franchises verschenkt Ubisoft das Spiel noch bis zum 13.08.2026.

Doch zurück zu Ghost Recon: Wildlands. Das hat auch schon neun Jahre auf dem Buckel und bekam 2019 sein finales Update – zumindest hätte ich das noch letzte Woche so geschrieben. Völlig überraschend wurde nämlich mit Last Rites nicht nur ein neuer, kostenloser DLC mit sechs Missionen veröffentlicht. Im Gepäck waren ebenfalls noch einige Erweiterungen für das Hauptspiel, die sich am besten unter “Mehr Spielerkontrolle” zusammenfassen lassen. So könnt ihr euren Schwierigkeitsgrad noch gezielter einstellen und den Zustand der Welt nach Vorlieben anpassen (Wetter, Intensität der Patrouillen, etc.). Ach und die Predator-Crossover-Mission inkl. den exklusiven Gegenständen ist wieder zurück. Nachdem die Lizenz damals ausgelaufen war, wurde sie nämlich aus dem Spiel genommen. So muss das sein. Also nicht die Sache mit der Lizenz sondern, dass sie jetzt wieder drin sind.

Epilog

Angesichts meiner umfangreichen Spielebibliothek habe ich ja sowieso schon die Qual der Wahl. Aber jetzt gerade fällt es mir besonders schwer zu entscheiden. Stürze ich mich zuerst zurück in Ghost Recon Wildlands, um die neuen Inhalte zu erleben? Oder investiere ich meine Zeit doch lieber erstmal in QUAKE: Dawn of the Machine? Aber da ist halt auch noch Return to Castle Wolfenstein, das nach mir ruft. Hach, das Spielerleben ist schon schwer.

Nur ein Spiel werde ich weiterhin nicht starten: Gothic Remake. Die Patchsituation wird und wird einfach nicht besser, obwohl seitdem bereits zwei weitere Updates veröffentlicht wurden. Und ja, sie fummeln auch immer noch an der Platzierung von Gegenständen in der Spielwelt rum. Soll das mal einer verstehen…

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