Sicarius

Die Odyssee

So sah damals mein Wohnzimmer aus.

Am 26.10.2013 war es soweit: Das Kellerkind Sicarius zog aus seinem Kinderzimmer mit Balkon im 1. Stock des Elternhauses aus in die erste eigene Wohnung. Dass er zu diesem Zeitpunkt schon fast 30 war… spielt für unser heutiges Thema keine Rolle.

Anders als heutzutage vor allem in Großstädten üblich, wurde die Wohnung nicht möbliert vermietet. Unser lieber Webmaster musste sich entsprechend fast komplett neu ausstatten. Ein Besuch in einem unterfränkischen Möbelhaus später, war alles Lebensnotwendige wie Esstisch, Stühle, (Schlaf-)Couch, Kommoden, Kleiderschrank bezahlt und im Auto verstaut. Ach und natürlich auch ein Doppelbett mit Lattenrosten, Matratzen und was man noch so alles benötigt. Ja, ein Doppelbett brauchte ich zu dem Zeitpunkt technisch gesehen nicht. Ich bin ziemlich platzsparend beim Schlafen. Aber ganz aufgegeben hatte ich die Hoffnung auf einen Partner dann doch noch nicht. Entsprechend wollte ich für alle Eventualitäten gerüstet sein – zu Recht, wie sich herausstellte.

Für die Ewigkeit!

Nun, 13 Jahre später, steht das Bett immer noch im Schlafzimmer. Es hat in dieser Zeit die ein oder andere Reparatur und Verbesserung erfahren. Aber es ist immer noch der gleiche Rahmen, die gleichen Lattenroste und, bis vor kurzem, die gleichen Matratzen.

Pi mal Daumen soll man seine Matratze ja so einmal im Jahrzehnt wechseln. Entsprechend war mir durchaus klar, dass sie demnächst mal fällig sein würden. Zwar schlafe ich bekanntlich schon länger im Keller, es wird also eigentlich nur eine Matratze dauerhaft belastet und wir haben entsprechend auch schon mal getauscht. Aber irgendwie kam eins zum anderen und jetzt liegen neue Matratzen im Rahmen.

Komm zum Punkt!

Seit ich Lysanda kenne, schläft sie auf einer Kombination aus normalem Kopfkissen auf das sie ein Kissen in Form einer Katze legt. Dieses Katzenkopfkissen war essentiell für ihren Schlaf. Egal ob Zuhause oder unterwegs – das Kissen musste dabei sein, sonst war die Nacht schon gelaufen, bevor sie begonnen hatte. Entsprechend mitgenommen sah es aus. Mal in die Waschmaschine stecken? Unmöglich, da wir keinen Trockner haben. Und selbst optisch gleicher Ersatz hat bisher nicht funktioniert. Er fühlte sich nie richtig an. Sie konnte so viel Füllung reinstecken oder rausnehmen wie sie wollte – am Ende brachte immer nur das Originalkissen den Schlaf.

Auch unsere Maunzer mochten das Katzenkissen

Jetzt fragt ihr euch sicherlich: “Sicarius, was zum Geier hat das alles mit neuen Matratzen zu tun?!” Ganz einfach: Auch Lysanda war klar, dass das Katzenkissen so langsam aber sicher seinem Ende zugeht. Übertrieben gesagt wurde es nur noch von Fäden statt von Stoff zusammengehalten. Entsprechend haben wir angefangen nach Alternativen zu suchen. Vielleicht würden wir endlich ein Kissen finden, das ihrem empfindlichen Körper gerecht würde.

Dabei kam freilich das Gespräch wieder auf die, durchaus gut durchgelegenen, Matratzen. Schließlich wäre es ja doof, wenn wir das perfekte Kissen für sie finden, dann die Matratze wechseln und alles wieder “kaputt” ist. Aber Lysanda wollte es erstmal mit einem neuen Kissen versuchen. Den Anfang machte ein billiges Nackenkissen, das wir zufällig bei JYSK aufgegabelt haben. Das Ergebnis war überraschend vielversprechend. Wir haben zwar bereits Nackenkissen im Haus, die ich benutze. Aber die sind ihr zu groß und unbequem. Das von JYSK kam da schon näher an das ran, was sie brauchte.

Eine ausgeartete Einkaufstour

Ich kam dann auf die Idee, mal bei Liebscher & Bracht vorbeizuschauen. Mir ist bewusst, dass der Herr nicht unumstritten ist. Vor allem seine vollmundigen Behauptungen werden ihm gerne zur Last gelegt. Übertrieben, nicht wissenschaftlich fundiert und damit für den Laien gefährlich heißt es. Doch an den eigentlichen Übungen, die er vorstellt und auch an dem, was er so in seinem Shop verkauft, habe ich bislang wenig Kritik gelesen. Und ja, wir haben ebenfalls bereits das ein oder andere Trainingsgerät von ihm im Haus. Wenn auch das meiste Second Hand.

Da Schlaf bei ihm ein großes Thema ist, hat er auch ein Nackenkissen im Angebot. Das wollten wir uns entsprechend mal zum Testen holen. Dabei habe ich gesehen, dass sie eine Matratze im Portfolio haben sowie ein Kombiangebot aus Kissen und Matratze. Das Paket war zum damaligen Zeitpunkt sogar stark reduziert. Entsprechend konnte sich Lysanda meiner Logik nicht erwehren, zuzuschlagen, obwohl sie ja eigentlich nur ein Kissen wollte.

Einmal Retoure bitte!

Kissen und Matratze wurden separat geliefert. Die Matratze ist eingerollt und in Plastik eingetütet, um sie so platzsparend wie möglich zu machen. Ihr packt sie also erstmal aus, legt sie auf den Boden und entfernt das Plastik. Erst dann entfaltet sie sich zu ihrer wahren Größe. Leider stellte sich recht zügig heraus, dass Lysanda weder mit dem Kissen noch der Matratze etwas anfangen konnte. Das Kissen war schlicht zu schwer. Die Matratze hingegen empfand sie selbst auf der weichen Seite als viel zu hart. Sie beschreibt es als “tot”. Also, wenn man sich drauflegt, bleibt man genauso liegen. Da federt nichts zurück. Wir entschieden uns also, beides zurückzuschicken. Stellte sich nur die Frage: Wie?

Die Antwort: Ihr bekommt von Liebscher & Bracht ein Rücksendepaket zugeschickt. Da ist eine neue Plastiktüte drin, in die ihr die Matratze einpackt. Dann nehmt ihr einen Staubsauger, steckt ihn auf ein Loch in der Tüte und saugt die Luft raus. Dafür hat sogar der kleine Handstaubsauger* von Bosch ausgereicht, während Lysanda die Luft mit ihren Füßen rausdrückte. Anschließend könnt ihr die Matratze wieder zusammenrollen und in den Originalkarton packen. Absolut genial, muss ich sagen. Hätte ich nicht gedacht, dass das so einfach vonstatten geht. Und ja, auch das Geld für die Bestellung war zügig wieder auf dem Konto.

Einkaufstour Nr. 2

Soweit so gut also. Lysanda hatte aber immer noch kein neues Kissen und es lagen immer noch die alten Matratzen im Bett. Bevor wir jetzt aber das halbe Internet leerkaufen und wieder zurückschicken, haben wir uns dann doch entschieden, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen und sind zu JYSK gefahren. Keine Ahnung, wie lange wir am Ende da waren, aber Lysanda hat in der Zeit fleißig die ausgestellten Matratzen in Kombination mit einigen Kissen ausprobiert. Und am Ende wurde sie tatsächlich fündig. Sowohl ein Kissen, das sich gut anfühlte als auch eine Matratze, die zumindest im ersten Moment einen angenehmen Eindruck machte.

Einen Haken hat das Einkaufen bei JYSK vor Ort allerdings: Ihr könnt Matratzen zwar zurückgeben, aber nur im Austausch gegen eine andere Matratze oder einen Gutschein. Geld zurück gibt es nur im Onlineshop. Es war also durchaus ein gewisses Risiko, bei ihnen zuzuschlagen und dann am Ende festzustellen, dass wir knapp 600€ für Gartenstühle oder so ausgeben müssen, weil keine Matratze passt. Aber Lysanda hatte ein gutes Gefühl, also haben wir zugeschlagen.

Die ersten Nächte

Ein aktueller Blick ins Schlafzimmer

Wie bei Liebscher & Bracht kommt die Matratze zusammengerollt daher und muss sich erst einige Stunden entfalten. Für die Rückgabe gibt es allerdings nichts. Also müsst ihr sie irgendwie wieder in die Tüte packen und dann zusammengefaltet ins Auto schaffen. Da finde ich das andere System mit der Vakuumiertüte viel praktischer.

Lysanda hat dann erstmal das Kissen ausprobiert. Und zwar handelt es sich um das KVINA. Das ist ein Memoryschaum-Konturkissen 30x50x10/7. Einen anständigen Überzug haben wir dafür übrigens bei JYSK nicht bekommen. Sie haben für Nackenkissen nur einen Spannbezug vorrätig, der uns absolut nicht zusagte, da er zu klein wirkte. Wir haben uns stattdessen was bei Amazon* geholt.

Immerhin hat das Kissen tatsächlich Lysandas hohem Anspruch genügt. Sie schläft seitdem darauf. Kein Katzenkissen mehr notwendig und auch kein zusätzliches, normales Kissen darunter. Perfekt.

Bei der Matratze, einer Gold S60, sah es nach den ersten Nächten hingegen nicht so gut aus. Sie klagte über Schmerzen im unteren Rücken (ein Piksen in der Hüfte). Entsprechend stellte ich mich, etwas resigniert, bereits darauf ein sie zurück zu tragen. Aber nach etwas Google-Recherche und der daraus resultierenden Aussage, dass sich der Körper auch erstmal an die neue Situation gewöhnen muss, hat sie es doch noch weiter probiert. Und siehe da: Zumindest aktuell keine Probleme mehr und die Matratzen sind damit wohl dauerhaft in unser Schlafzimmer eingezogen. Ich hingegen tue mir teilweise schwer zu kommen, weil die Matratze so weich ist, aber bislang habe ich es immer noch geschafft mich, aus dem Bett heraus zu robben.

Ende gut, alles gut.

Epilog

Und das war die Geschichte, wie aus der Suche nach einem Ersatz für ein liebgewonnenes Katzenkissen eine kleine Odyssee wurde. Die Erzählung war sicherlich nicht so bombastisch wie Christopher Nolans Werk, aber immerhin musstet ihr dafür keine sündhaft teuren Tickets für ein IMAX-Kino bezahlen und eventuell habt ihr auch noch was fürs Leben gelernt, denn jeder braucht mal neue Matratzen :tongue: .

Lang, lang ist es her – fast 20 Jahre (!) -, da habe ich euch an dieser Stelle meine damalige PC-Spiele Top 10 vorgestellt. Nachdem ich euch vor einigen Wochen eine aktualisierte Liste meiner Lieblingsfilme präsentiert habe, kam mir der Gedanke, mich auch mal mit der anderen Liste zu beschäftigen. Leider musste ich mit Erschrecken :wink: feststellen, dass es für mich daran gar nichts anzupassen gibt. Maximal Have a N.I.C.E. Day in der Kategorie “Rennspiel“ würde ich ersetzen. Aber ansonsten? Hat sich trotz all der Jahre und buchstäblich tausender neuer Spiele für mich nichts geändert.

Diese Erkenntnis könnte man freilich jetzt zu Tode analysieren. Hänge ich vielleicht in der Vergangenheit fest? Ist meine rosarote Brille zu stark? Sind tatsächlich in den all den Jahren keine nennenswerten Titel mehr erschienen? Und so weiter und so fort. Die einfache Antwort ist jedoch: Eine „PC-Spiele Top 10“ ist schlicht eine viel zu einschränkende Überschrift. Deswegen habe ich mir gedacht: Wenn ich schon nicht mehr mit den Bagdadsoftware NOCAs die Neuerscheinungen des Jahres feiere, warum dann nicht zumindest meine Lieblingsspiele eines Jahrzehnts? Da das bei einer mehr als 35-jährigen Spielerlaufbahn trotzdem immer noch ein großer Haufen Holz ist, kommt eine weitere Spezialisierung dazu: Innerhalb eines Genres.

Eine neue Eintragsreihe

Und den Anfang für diese sporadische Eintragsserie macht mein absolutes Lieblingsgenre: First-Person-Shooter, bei denen kompromissloses Ballern im Vordergrund steht. Also keine Immersive Sims wie z.B. System Shock oder Thief: The Dark Project. Und ja, ich bin mir durchaus bewusst, dass ich durch diese Abspaltung möglicherweise in die Situation komme, dass ich keine klassische Top 10 für ein Jahrzehnt voll bekomme. Aber zum einen gehe ich über diese Brücke, sobald ich dort ankomme. Zum anderen ist das hier meine Seite. Ich werde die Regeln also einfach nach Bedarf anpassen und ihr könnt gar nichts dagegen tun *hmpf* !

Jetzt ist es aber echt genug des Vorgeplänkels. Hier ist sie, die Liste meiner zehn Lieblingsegoshooter aus den Jahren 1990-1999:

QUAKE III Arena (Herstellerbild)

1. QUAKE III Arena (1999; PC, MAC, LNX) – Ich bin absolut nicht der Pr0 Gam0r, der alle auf dem Server weg fraggt, aber dieses Machwerk ist für mich trotzdem bis heute der absolute Höhepunkt aus id Softwares sowieso schon beeindruckendem Katalog. Die perfektionierte Waffenauswahl und wie sie sich anfühlen. Die geschmeidige Art und Weise, wie ich mich kontrolliert durch den Raum bewege. Das ausgefallene und doch ausbalancierte Leveldesign (jetzt auch mit Rundungen). Und am Ende der Kampf Mann gegen Mann, bei dem purer Skill und ausgeklügelte Taktik über den Sieg entscheiden und wenig Zufall. Ein Ego-Shooter ohne jedweden Firlefanz und für mich das Nonplusultra, an dem sich immer noch alles messen muss. Unreal Tournament fühlt sich im Vergleich einfach wie Spielzeug an.

2. DOOM (1993; PC, LNX, uvm.) – Ich hab’ lange überlegt, ob ich hier das Original oder Teil 2 hinschreibe. Gewonnen hat am Ende das Original, weil es trotz fehlender Super Shotgun für mich die zwar kleineren und weniger verwinkelten, aber gerade deshalb irgendwie besseren Level hat. Das Spielprinzip an sich hingegen? Bei beiden Titeln erstklassig. Die Umgebungen sind vollgestopft mit abwechslungsreichen Kämpfen gegen mittlerweile ikonische Gegner, die ich mit einem übersichtlichen, aber gelungenen Waffenarsenal über den Haufen schieße. Und jede Waffe, abseits der Startpistole vielleicht, fühlt sich richtig gut an. Ich sage immer: „Die haben mächtig Wumms dahinter“. Und das ist für mich in einem Ego-Shooter ein extrem wichtiger Faktor. Siehe die Spielzeugknarren von Half-Life 2.

3. The Wheel of Time (1999; PC) – Nein, ich habe die Bücher leider immer noch nicht gelesen. Hänge weiterhin an Das Spiel der Götter (aktuell Band 15 von 19). Insofern kann ich nicht beurteilen, ob Puristen über den Unreal-Engine-Shooter nur die Nase rümpfen. Zum offiziellen Kanon zählt er zumindest nicht. Für mich war er aber damals definitiv ein gelungener Einstieg in diese faszinierende Fantasy-Welt und ist immer noch ein empfehlenswerter Shooter. Es ist ein linearer, aber dafür storylastiger und optisch wie inhaltlich ungewöhnlicher Ausflug. Schon allein, weil man in die Rolle einer Frau schlüpft und sich durch eine für Shooter damals eher untypische Fantasywelt arbeitet. Und auch spielerisch unterscheidet er sich von seiner Konkurrenz. So schleppt ihr keine Schrotflinte oder Maschinenpistole mit herum, sondern befördert die Schattenbrut mit Zaubern wieder zurück ins Jenseits. Das Spiel schlägt für mich in die gleiche Nische wie z.B. Clive Barker’s Undying, zu dem wir dann im nächsten Jahrzehnt kommen werden :wink: .

Star Wars Jedi Knight: Dark Forces II (Herstellerbild)

4. Star Wars Jedi Knight: Dark Forces II (1997; PC) – Ja, die Level sind sehr verwinkelt und die starke Vertikalität tut ihr Übriges dazu, dass man sich gerne verläuft. Aber die Star-Wars-Atmosphäre des Titels ist einfach unschlagbar. Und zwar nicht nur wegen der mehr oder weniger bekannten Orte, die man besucht, sondern auch dank der gut erzählten Geschichte (inkl. Realfilmsequenzen) und den gelungenen Charakteren. Ach und man darf endlich mal ein Lichtschwert in die Hand nehmen und die Macht einsetzen. Wie geil ist das denn? Und dann gab es mit Mysteries of the Sith auch noch eins der besten Addons zu einem Spiel aller Zeiten. Für mich ganz klar der beste Star-Wars-Shooter, der nur durch seine noch besseren Nachfolger übertroffen wird.

5. QUAKE (1996; PC, MAC, LNX, uvm.) – Die nächste Evolutionsstufe der id-Shooter. Punkt. Immer noch kompromisslose, flüssige Action mit einem übersichtlichen, aber durchdachten Waffenarsenal, das sich einfach so richtig gut anfühlt – nur jetzt erstmals in 3D. So wird das hohe Tempo des Spiels noch besser spürbar und die Gegner noch furchteinflößender. Es macht einfach so richtig Laune, sich durch die beeindruckenden und abwechslungsreichen Umgebungen zu kämpfen.

6. Half-Life (1998; PC) – Neben den id-Shootern vermutlich das Werk, das ich über die Jahre am häufigsten gespielt habe. Und das, obwohl mich abseits der Schrotflinte und der Magnum die Waffenauswahl nicht überzeugt. Die Maschinenpistole fühlt sich an, als würde ich mit einer Paintballpistole schießen. Selbst die Gegner finde ich größtenteils eher „eh“. Entsprechend nicht verwunderlich, dass für mich eigentlich nur die Abschnitte mit den Soldaten wirklich richtig gut sind. Der Einstieg war zwar damals revolutionär, ist aber schon ziemlich gemächlich. Und Xen… nun, darüber brauche ich sicherlich keine Worte zu verlieren. Aber dennoch: Half-Life zieht mich irgendwie immer wieder in seinen Bann. Das realistische Setting, die liebenswerten Charaktere, die bekloppte Geschichte. Es funktioniert einfach.

7. Aliens versus Predator (1999; PC) – Freilich gab es schon vorher Spiele, die trotz limitierter Technik in der Lage waren, eine furchterregende Atmosphäre zu vermitteln. Allein schon die ganzen Survival-Horror-Klassiker wie Alone in the Dark (1992) oder Resident Evil (1996). Aber es ist nochmal eine ganz andere Erfahrung aus der Ego-Perspektive durch schlecht beleuchtete Gänge zu schlurfen. Statt gegen Monsterhorden kämpft man gegen die unerträgliche Stille an, nur unterbrochen vom periodischen Scangeräusch des Bewegungsmelders. Und dann ertönt plötzlich dieser charakteristische „Ping“ und noch einer und noch einer und schon ist man umgeben von Aliens und kämpft buchstäblich um sein Leben. Ja, die Marine-Kampagne war echt nervenaufreibend. Und dann ist das nur eine von dreien! Man schlüpft auch noch in die Rolle des Aliens, das sich brechreizerzeugend 360° im Raum bewegen kann. Und zum Schluss darf man noch als Predator ran. Gäbe es den Nachfolger nicht, wäre Aliens vs. Predator bis heute der beste Shooter des Franchises.

QUAKE II (Enhanced) (Herstellerbild)

8. QUAKE II (1997; PC, MAC, LNX) – Es steht im Widerspruch zu seiner Platzierung, aber lange Zeit stand der Titel überhaupt nicht auf der Liste. Doch auch wenn er für mich nach Wolfenstein 3D klar der schwächste id-Shooter der 90er ist: Es ist immer noch ein id-Shooter. D.h. er bietet ein vorzügliches Gunplay (die Soundeffekte der doppelläufigen Schrotflinte sind göttlich) mit einer gelungenen Gegnerauswahl. Und auch, dass es jetzt eine rudimentäre Geschichte mit zusammenhängenden Leveln in realistischeren Umgebungen gibt, ist grundsätzlich eine coole Sache. Dass man sich dadurch häufiger verläuft und die Bosskämpfe einfach nur öde sind, trübt das Spielerlebnis allerdings sehr stark. Spaß macht es trotzdem.

9. Outlaws (1997; PC) – Ein klassischer Western, in dem ihr selbst die Hauptfigur seid. Hier passt in Sachen Atmosphäre einfach alles perfekt zusammen. Der fantastische Soundtrack von Clint Bajakian, die wunderschön animierten Zwischensequenzen, die Highlights im Leveldesign (z.B. das berühmte Zuglevel) und die gut gemachten Schießereien. Ja, der Rachefeldzug von Marshall James Anderson ist auch heute noch ein vorzügliches Spielerlebnis – mit Ausnahme von Kapitel 4 „Canyon“. Das ist so ein nerviger Abschnitt. Gegner, die einen von irgendwoher abschießen. Diese komischen Windpuzzle. Nach dem wirklich genialen Zuglevel ein ziemlich großer Absturz, von dem man sich nur langsam erholt.

10. Star Trek: The Next Generation – Klingon Honor Guard (1998; PC, MAC) – Okay, bevor ihr jetzt in die Kommentare springt, hört mir erstmal zu: Ja, objektiv betrachtet ist es ein absolut mittelmäßiger Unreal-Shooter (der zweite, der je produziert wurde!). Die Levels sind mehr Labyrinth als nachvollziehbar. Die Zwischensequenzen sind selbst für damalige Verhältnisse qualitativ schlecht (warum haben alle gefühlt zwei Meter lange Beine?!). Und das eigentliche Spielprinzip, das Abschießen von Feinden, funktioniert zwar, aber mehr halt auch nicht. Eins muss euch jedoch klar sein: Es war der ERSTE Ego-Shooter im Star-Trek-Universum! Und abseits des Videokassetten-Abenteuers Star Trek: Klingon (1996) ist es zudem das erste Star-Trek-Spiel, in dem ihr nicht in die Rolle eines Starfleet-Offiziers geschlüpft seid. Insofern hat es trotz seiner qualitativen Mängel einfach einen ganz speziellen Platz in meinem Herzen und es ist richtig schade, dass es heutzutage so schwer zum Laufen zu bekommen ist. Wo ist Nightdive Studios, wenn man sie wirklich braucht?!

Epilog

Das war sie also, die Liste meiner zehn Lieblingsegoshooter aus den Jahren 1990-1999. Ich weiß schon jetzt, dass die Liste für die Jahre 2000-2009 wesentlich schwieriger zusammenzustellen sein wird. Muss ich dann vielleicht doch noch eine Unterkategorie einführen, um alles unterzubringen? :smile:

Langjährige Leser werden sich sicherlich nicht wundern, dass fast alle id-Shooter aus der Zeit ihren Platz auf der Top 10 gefunden haben. Gleichzeitig wird sich aber auch der ein oder andere fragen: „Wo sind die ganzen Build-Engine-Spiele? Wie kann es sein, dass es nicht einmal Duke Nukem 3D auf die Liste geschafft hat?!“ Die Antwort fällt relativ simpel aus: Damals wie heute sind diese Spiele einfach nicht so meins. Allerdings kann ich es nicht so recht in Worte fassen, warum.

Ganz frisch habe ich beispielsweise das Nightdive-Remaster von Blood komplett durchgespielt. Und ja, es war ganz nett. Aber die Kämpfe fühlten sich irgendwie nicht so gut an und die Umgebungen haben mir trotz oder vielleicht gerade wegen des Versuchs, sie realistischer zu gestalten, nicht so zugesagt. Und das gilt für alle Build-Engine-Titel, die ich bislang konsumiert habe. Deswegen hat keiner von ihnen einen Platz auf meiner Top 10 bekommen.

Sicarius

Überraschender Ausfall

Da ging mitten im Spiel einfach alles aus. Total verwirrt dachte ich erst an einen Stromausfall oder eine Sicherung, die geflogen ist. Aber nein, die Deckenlampe brannte noch und auch NAS & Co. waren noch an. Hatte also irgendwas im PC seinen Geist aufgegeben? Vielleicht die Grafikkarte?

Ich kroch entsprechend unter den Schreibtisch, um die Situation zu begutachten und musste feststellen, dass eine Steckerleiste ausgeschaltet war. “Kauft unbedingt Steckerleisten mit Schalter!” heißt es ja immer. Tja, in dem Fall wurde es mir zum Verhängnis. Ein Blick zur Tür offenbarte den Übeltäter: Miro war scheinbar hinter dem Schreibtisch entlang gegangen und ist dabei auf den Schalter getreten, der orangene Drecksack.

Süß und unschuldig?! Alles nur Fassade!

Nun gut: Steckerleiste wieder angeschaltet, Rechner wieder hochgefahren und wieder RealRTCW gestartet. Leider kam kein Ton mehr aus meinem Headset. Hatte der plötzliche Stromausfall etwa die Soundkarte gehimmelt? In Windows war sie tatsächlich nicht mehr vorhanden. Auch ein Neustart half nichts.

Also nochmal kontrolliert den Rechner runtergefahren und unter den Tisch gekrabbelt. Die Soundkarte leuchtete grundsätzlich, der PCIe-Slot lebte also. Ich habe den Rechner dann nochmal bewusst stromlos geschaltet und anschließend wieder hochgefahren. Siehe da: Alles wieder gut. Krise abgewendet.

Die Moral der Geschicht’? Macht auch eure Steckerleisten Katzensicher!

Nächste Seite »